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Mentale Gesundheit im Krieg: Institutionelle Empfehlungen und gelebte Praxis im ukrainischen Zivilschutz

Projektdurchfürhung

Julia Herold

Projektpartner 

OPERSO  - Operatyvna Sotsiolohiia https://operso.com.ua/en/home/ 

Laufzeit

06/2026 - 12/2026

Finanzierung

  • Eigenmittel

Hintergrund und Relevanz

Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine stellt die Zivilbevölkerung vor anhaltende psychische Belastungen. Der ukrainische Staat hat auf diese Herausforderung u. a. durch den gesetzlich verankerten „psychologischen Schutz" als eigenständigen Bestandteil des Zivilschutzes reagiert (Kodex des Zivilschutzes der Ukraine, 2013). Parallel dazu hat sich — getragen von staatlichen Stellen, internationalen Organisationen (WHO, UNICEF) sowie der Stiftung von Olena Selenska — ein breites Feld an Informations- und Bildungsangeboten zur mentalen Gesundheit entwickelt. 

Zielsetzung

Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich Praktiken des Lernens, der Informationssuche, der Vernetzung und der Wissensvermittlung im Krieg konkret herausbilden. Das Projekt analysiert dazu, welche Stressbewältigungsstrategien in institutionellen Materialien vermittelt werden, welche Akteure diese Angebote gestalten und an welche Zielgruppen sie sich richten und von diesen wahrgenommen und genutzt werden. Dazu wird im Projekt auch untersucht, in welchem Verhältnis professionell-institutionelle Empfehlungen zu den tatsächlich gelebten Bewältigungspraktiken der Zivilbevölkerung stehen.

Methodisches Vorgehen

Das Projekt kombiniert zwei empirische Zugänge. Erstens wird eine systematische Inhaltsanalyse von Materialien zur mentalen Gesundheit durchgeführt, die im Rahmen der ukrainischen Zivilschutzbildung produziert und verbreitet wurden — darunter Leitfäden, Online-Plattformen und Informationskampagnen des Staatlichen Dienstes der Ukraine für Notfallsituationen (DSNS) sowie weiterer staatlicher und zivilgesellschaftlicher Akteure. Zweitens werden qualitative Interviews mit Eltern analysiert, die in ukrainischen Großstädten leben und damit unmittelbar mit den Belastungen des Kriegsalltags konfrontiert sind. Die Interviews folgen einem narrativ-offenen Ansatz mit halbgeschlossenen Anschlussfragen und beleuchten sowohl individuelle Bewältigungsstrategien als auch die wahrgenommene Relevanz institutioneller Angebote im Familienalltag.

Erkenntnisinteresse und Perspektive

Das Projekt fragt nicht nur danach, was empfohlen wird, sondern auch danach, was Menschen unter Kriegsbedingungen tatsächlich tun, um ihre psychische Stabilität aufrechtzuerhalten. Dabei wird geprüft, ob und inwiefern diese Praktiken als Resilienzroutinen beschrieben und typisiert werden können. Mittelfristig sollen die Ergebnisse einen Beitrag zur Weiterentwicklung bedarfsgerechter Mental-Health-Angebote im Kontext von Zivilschutz und humanitären Krisen leisten.

Publikationen  

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Vorträge

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